Sternchen

Warum gibt es bei Transition Town Heidelberg so viele Sternchen?

(fe) „Wir brauchen Denker, Entwickler, Macher…“. So stand es bis zum Herbst 2014 auf unserer Website und Einige von uns fragten sich, ob Transition Town Heidelberg nicht auch Denkerinnen, Entwicklerinnen und Macherinnen brauche? „Natürlich, die sind selbstverständlich mitgemeint!“ so die spontane Reaktion.

Sternchenbild

Doch das ist ein grundlegender Irrtum, wie die Kognitionswissenschaften in vielen Studien der letzten Jahre eindeutig belegt haben (s. z. B. Gleichberechtigung in der Sprache – Nur wer von Frauen spricht, meint sie auch, Eva Wolfangel, STUTTGARTER-ZEITUNG.DE, 14. Januar 2015): Wenn „Macher“ gesucht werden, dann sind die „Macherinnen“ ausgeschlossen.

 

Bei Transition Town veranstalteten wir zur inklusiven Sprache im Oktober 2014 einen Open Space, aus dem eine Arbeitsgemeinschaft hervorging. In dieser AG sammelten wir zunächst alle Möglichkeiten, wie wir in Zukunft bei Texten auf der Webseite und bei sonstigen Veröffentlichungen mit diesem Thema umgehen könnten. Insgesamt sieben verschiedene Varianten kamen zusammen: von der Beibehaltung der rein männlichen Form über das berühmte Binnen-I (MacherInnen), der auch das neutrale Geschlecht miteinbeziehenden Varianten mit Unterstrich (Macher_innen) oder dem Sternchen (Macher*innen) bis hin zur Verwendung der rein weiblichen Form.

Da stellte sich nur noch die Frage, auf welche Weise wir die Abstimmung vornehmen sollten. Die Lösung haben wir schnell gefunden, das Systemische Konsensieren erschien uns die am besten geeignete Methode. Bei dieser Art des Abstimmens zeigen wir den Widerstand gegen jeden der einzelnen Vorschläge und es gewinnt der Vorschlag, der den geringsten Widerstand erfährt.

Nach einer kurzen Diskussionsrunde führten wir die Abstimmung durch. Für jede Gender-Variante durften Punkte von 0 bis 2 vergeben werden, 0 bedeutet kein Widerstand, 1 etwas Widerstand und 2 bedeutet größter Widerstand oder geht gar nicht. Denjenigen, die bei diesem Plenum nicht anwesend waren, gaben wir noch die Chance per Email abzustimmen.

Insgesamt nahmen dreißig Personen an der Abstimmung teil und das Ergebnis war eindeutig: Die bisher Verwendete rein männlichen Variante fiel mit 45 Widerstandspunkten klar durch. Eindeutige Gewinner waren das Sternchen und der Unterstrich mit neun bzw. zehn Widerstandspunkten. Das bisher bei Gender-sensibilisierten Menschen gerne verwendete Binnen-I lag mit 22 Punkten etwas abgeschlagen auf dem dritten Platz. Bemerkenswert war das Votum für die rein weibliche Variante. Hierfür gab es den größten Widerstand mit 54 Punkten.
Da Unterstrich und Sternchen fast gleichauf lagen, beschlossen wir, dass diese beiden Varianten in Zukunft auf offiziellen Texten verwendet werden sollen. Und so heißt es also seit dieser Zeit auf dieser Website: „Wir brauchen Denker*innen, Entwickler*innen, Macher*innen…“

Hier findest Du die Plädoyers für das Gendern von Laura, Margarete und Felix und das detaillierte Abstimmungsergebnis.