Kooperativer Konsens

Basisdemokratie ist wichtig für Initiativen, die vom Engagement ihrer Mitglieder leben. Sie kann aber auch anstrengend und träge sein. Das möchten wir durch eine clevere Entscheidungsfindung vermeiden. Wichtige Entscheidungen, die alle Wandler*innen bei Transition Town betreffen, treffen wir gemeinsam im Plenum. Wir haben uns intensiv mit verschiedenen Entscheidungsformen und ihren Vor- und Nachteilen beschäftigt – vom systemischen Konsensieren, bei dem der Vorschlag mit dem geringsten Widerstand gewählt wird, bis zur klassischen Mehrheitsentscheidung.

Unsere Hauptbedürfnisse bei der Entscheidungsfindung sind:

  • Jede*r soll mitgehen können.
  • Getroffene Entscheidungen sollen umgesetzt werden.

Wir haben dafür den kooperativen Konsens entwickelt.

Es stehen immer mindestens zwei Alternativen zur Auswahl. Das verdeutlicht, dass auch „Es bleibt alles beim Alten“ oder „Wir setzen den Vorschlag nicht um“ das Ergebnis einer Entscheidung sein kann, für das wir uns dann aber auch bewusst entscheiden möchten.

Es gibt ein fünfstufiges Stimmsystem:

      • Hurra! (2 Punkte, Euphorische Zustimmung, „Ich bin dabei!“)
        Mit dieser Stimme ist man bereit, an der Umsetzung mitzuarbeiten.
      • Gute Lösung (1 Punkt/Zustimmung /“Finde ich gut.“)
      • Neutral (0 Punkte/keine Meinung/Unentschlossen/Vor- und Nachteile heben sich auf/“Ist mir egal.“)
      • Schlechte Lösung (-1 Punkt/Bedenken/Zweifel/„Ich bin anderer Meinung, aber stehe nicht im Weg.“)
      • Starke Bauchschmerzen (-2 Punkte/Starke Ablehnung/Widerstand/“Ich habe starke Bauchschmerzen, denn ich bräuchte…“)
        Mit der Stimme „starke Bauchschmerzen“ soll umsichtig und konstruktiv umgegangen werden. Um Blockaden zu vermeiden, sind Menschen, die starke Bauchschmerzen äußern, verpflichtet, ihre Bedürfnisse genau darzulegen, damit die Arbeitsgruppe den Vorschlag modifizieren kan­n.

Bei der Auswertung der Abstimmung wird die Summe aus den entsprechenden Punkten  gebildet. Der Vorschlag mit der höchsten Gesamtzahl erfährt die größte Akzeptanz. Falls mindestens 10 % der anwesenden Wandler*innen mit „starken Bauchschmerzen“ stimmen, wird der Vorschlag mit den Rückmeldungen dieser Personen weiterentwickelt.